Donnerstag, 12. November 2015

«In welches Goal muss ich schiessen?»

Am letzten Sonntag schnupperten die jüngsten Unihockeyspielerinnen und -spieler Turnierluft. Zum ersten Mal überhaupt fand in der Ruebisbachhalle ein F-Juniorenturnier der Kloten-Bülach Jets statt.

(von Sibylle Grimm Nafzger, Klotener Anzeiger)

Wie Duracellhäschen jagen die Kids mit Stock und Ball über das Spielfeld. Diese Energie, Freude und Kameradschaft ist ansteckend und bringt am letzten Sonntag eine grossartige Stimmung in die Ruebisbachhalle. 

Manuela Scherrer hingegen ist die Ruhe in Person. Jeden Dienstagnachmittag trainiert sie die Kids-Academy, wie sich die Jüngsten der Kloten-Bülach Jets nennen. Wie in einem Wespennest geht es dort zuweilen her. «Jede Woche nach der Lektion in die strahlenden Kinderaugen schauen zu dürfen, das macht mich sehr glücklich», sagt die 37-Jährige. Noch vor zwei Jahren trainierten Junioren zwischen fünf bis neun Jahren zusammen, an ein altersgerechtes Spielen mit den sehr unterschiedlichen Niveaus war nicht zu denken. Deshalb gründeten die Kloten-Bülach Jets im Frühling 2014 die Kids-Academy. Die beliebte Trainerin startete mit gerade mal vier Kids. Mittlerweile trainiert sie in ihrem Team 22 Mädchen und Burschen zwischen fünf und sieben Jahren. Mit ein Grund, weshalb die Kids-Academy beim ersten Heimturnier sogar zwei Mannschaften aufstellen konnte.

Aufregung gehört dazu

Auch vor dem Turnier bleibt Manuela Scherrer ruhig: «Ich bin aufgeregt aber nicht nervös», gesteht die Trainerin und begrüsst ihre Schützlinge mit aufmunternden Worten. Bereits etwas kribbelig erscheinen die Kleinen in der Garderobe und ziehen sich mit Hilfe ihrer Eltern die zum Teil bis über die Knie reichenden Turnier-Trikots an. Wie bei den Grossen, mit grosser Nummer auf dem Rücken und zahlreichen Sponsoren drauf. 

Der Dachverband Swiss Unihockey bietet seit dieser Saison allen Vereinen eine Plattform an, damit auch die kleinsten Spieler Turnierluft schnuppern können. Bei diesen Turnieren wird lediglich eine Tagesrangliste geführt, und der Dachverband empfiehlt, den Resultaten nicht zu viel Gewicht zu geben. Auch die Jets sehen diese neuen Turniere als Nachwuchsförderung, wobei der Spass im Vordergrund stehen soll. «Ich will gewinnen», so jedoch das Credo der jungen Kloten-Bülach Jets. Dieser Überzeugung ist auch der ehemalige Klotener Stadtpräsident Bruno Heinzelmann, der sich im Verein engagiert: «Die Kids kommen nicht her, um zu verlieren.» Immer wieder erwähnt die engagierte Trainerin aber, dass der Spass und nicht der Sieg im Vordergrund stehen soll: «Grundsätzlich möchte natürlich jeder gewinnen. Der Leistungsdruck kommt aber noch früh genug», erklärt Manuela Scherrer und ergänzt: «Ich will vermeiden, dass Druck aufkommt, sie sollen gerne kommen.» Die jungen Mannschaften sollen beim ersten Heimturnier auch Erfahrungen sammeln können.

Dass die Jets dank der grossen Anzahl junger Spieler sogar zwei Mannschaften stellen können, hat auch Vorteile, denn jedes Kind möchte ins Goal. So durften Janis und Noé zum ersten Mal im Goal stehen. Im Training erhielten die beiden Sechsjährigen vom erfahrenen Nationalliga-A-Spieler, Severin Brandenberger wertvolle Tipps, wie sie ihr Tor gut verteidigen können.

Aufwärmen, letzte Tipps und «Go Jets!» – so der Schlachtruf. Dann jagen die Kinder dem Ball hinterher. Dass Unihockey eine sehr schnelle Sportart ist, merken die Spieler vor allem beim fliegenden Wechsel. Zum Teil müssen die Trainer die ganz Kleinen über die Bande hieven. Einmal befinden sich sogar fünf Jets auf dem Spielfeld, der Schiedsrichter schmunzelt und drückt ein Auge zu. «Auf welches Goal muss ich schiessen?», wird Manuela Scherrer kurz vor dem Spiel ab und zu gefragt.

Ehrgeizige Eltern

Ehrgeizige Eltern fiebern mit und analysieren die Spiele ihrer Kinder an der Bande. Sicher ist es für die Kloten-Bülach Jets I ein Nachteil, dass sie drei Spiele hintereinander auf dem Spielfeld stehen. Da hält auch der beste Duracellhase nicht mit. Aber bei einem feinen Hotdog und süssem Kuchen werden auch diese Batterien wieder geladen. Und wirklich, die Mannschaft kann bei ihrem letzten Spiel ein Unentschieden rausholen. Im Penaltyschiessen haben weder die Spieler noch der Goalie Erfahrung: «Ja, das müssen wir jetzt üben», so die Devise der Trainerin. Stolzer Captain der zweiten Jets-Mannschaft ist der siebenjährige Leonardo, der Jets-Torschützenkönig an diesem Tag. Der Ballkünstler spielt Fussball und erst seit einem halben Jahr auch Unihockey. «Goals schiessen», die logische Schlussfolgerung auf die Frage, was ihm an dieser Sportart am besten gefällt.

Ein Pokal, Medaillen und viele Preise dürfen die rund 100 glücklichen Kids entgegennehmen. Die F-Junioren-Jets haben bei ihrem erst zweiten Turnier Rang drei und zehn erreicht und vor allem viel Spass, durften viele Erfahrungen sammeln und grosse Fortschritte machen.

Kontakt

Cheftrainer: Arto Riihimäki

Sportchef: Roman Reichen

Trainingszeiten

Mo. 19.15 - 20.30, Ruebisbach Kloten

Di. 20.15 - 21.30, Ruebisbach Kloten

Do. 18.30 - 20.15, Ruebisbach Kloten

Fr. 20.15 - 21.30, Ruebisbach Kloten

Der Mobiliar Topscorer der Jets ist mit einem * gekennzeichnet. Weitere Infos zum Engagement der Mobiliar finden Sie hier.

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