Montag, 04. Januar 2010

Die Neujahrsmüdigkeit (Kolumne von Mike Gadient)

Meisterschaftsrunden anfangs Januar sind nach dem Festtagsschmaus kein Leckerbissen. Der fettige Weihnachtsbraten samt geschenkten Pralinenschachteln und das eine oder andere Silvesterbier zu viel lassen die Bewegungen schwerfällig werden. Dabei sind gerade im Unihockey die konditionellen Anforderungen an die Spieler hoch. Das Spiel zeichnet sich durch turbulente Geschwindigkeitsverläufe mit explosiven Richtungsänderungen und unvollständigen Erholungspausen aus. Zumal der Ball aufgrund der eingrenzenden Banden praktisch immer im Spielfeld ist. Ein Sprint wechselt sich mit durchdachtem Stellungsspiel ab. Körperliche und geistige Frische entscheiden darüber, wer den berühmten Schritt zuerst am Ball ist.
Laufbereitschaft ist schlicht unabdingbar: Egal ob es darum geht, sich vom Gegenspieler zu lösen, einen Pass dank Antizipation zu Erlaufen oder einem Zweikampf flink aus dem Weg zu gehen.
Wie schwierig es ist, nach dem feucht fröhlichen Rutsch ins neue Jahrzehnt Durchhaltewille zu demonstrieren, beweist der Umgang mit den Vorsätzen. Zu Jahresbeginn herrscht punkto Jogger im Wald und neuen Abonnenten im Fitnesscenter ein enormer Ansturm, der sich nach wenigen Tagen als lauwarmes Lüftchen entpuppt.
Ich wette darauf, dass die Neujahrsmüdigkeit beim ersten Bully aus Kopf und Knochen verschwunden ist. Denn keine Laufbewegung schmerzt den Sportlerehrgeiz mehr als eine erfolglose.

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Mike Gadient (22), Buchautor, freier Journalist und ehemaliger Junior der Kloten-Bülach Jets, schreibt in jeweils monatlich erscheinenden Kolumnen, über die Sportart Unihockey, sowie Themen die "über den Tellerrand" hinausgehen.