H NLB: Jets gewinnen nach 0:5-Rückstand
Die Jets gewinnen daheim gegen Davos nach einem 0:5-Rückstand in der Verlängerung. Gegen den Tabellenzweitletzten sammelte Lukas Thierstein eifrig Skorerpunkte.
von Mike Gadient
Die Spieler von Heikki Luukkonen erwischten einen veritablen Fehlstart. Nach elf Minuten führte ein entfesseltes Davos in der Ruebisbachhalle mit 5:0. Die Jets schienen die Defensivarbeit zu verweigern und kamen trotz einem Time-out nach dem dritten Gegentreffer in der siebten Minute nicht im Spiel an. Beim 1:0 fühlte sich kein Klotener für Passgeber Adrian Zurflüh und Torschütze Fernando Jenni verantwortlich. Sekunden später durfte Jenni ein weiteres Mal ohne gegnerische Störung von einem Abpraller profitieren. Jets-Stürmer Lukas Thierstein sah die katastrophale Anfangsphase voraus: „Bereits beim Einspielen war das Tempo tief. Wir waren schlicht unkonzentriert.“ Es soll daran gearbeitet werden, solche Einbrüche zukünftig zu vermeiden.
Kloten-Bülach fasste sich nach der ersten Pause, erzielte nach 27 Sekunden im Mitteldrittel das erste Tor. Der restliche Spielverlauf stand im Zeichen der Aufholjagd, wobei die Jets das Risiko anfänglich tief hielten, um dem Gegner nicht zu viel Raum für Konter zu gewähren. Zudem bremsten sich die Gastgeber mit drei kleinen Strafen zunächst selbst aus und hatten Glück, dass den Davosern in dieser Phase zwei Tore zu Recht annulliert wurden.
Die Angriffslawine
Erst als die Bündner anfangs Schlussdrittel einen Doppelausschluss beklagten, nahmen die Jets das Spieldiktat kompromisslos in die Hand. Der glänzend aufspielende Lukas Thierstein glich in der 55. Minute zum 6:6 aus und traf drei Minuten später nur die Latte. Mit vier Treffern und einem Assist war Thierstein produktiver Hauptdarsteller bei Kloten-Bülach. Davos seinerseits konnte sich gegen die Angriffslawine nicht behaupten. In der Verlängerung sicherte Daniel Dürst dem Heimteam die zwei Punkte. Für die erfolgreiche Aufholjagd hatte Thierstein folgende Erklärung: „Die Moral im Team stimmt und wir pushen uns gegenseitig.“ Zudem habe man in dieser Saison bereits einige Male Rückstande aufgeholt.
Die Jets sind mittlerweile seit zehn Partien ungeschlagen und haben diese Saison besonders gute Chancen auf den Aufstieg. Weil die Swiss Mobiliar League auf 12 Teams aufgestockt wird, spielen die Sieger der Auf-/Abstiegs-Viertelfinals ab nächster Saison im Oberhaus. Jets-Sportchef Mario Scherrer begrüsst die Aufstockung, da die SML-Mannschaft jetzt nicht mehr drei bis vier Ausländer benötigen, um die Playoffs zu erreichen. Die Möglichkeit Spieler auszubilden und sich keine finanziellen Risiken aufzuhalsen, wurde geschaffen. „Das Niveau wird kurzfristig schwächer, aber die Teams werden arbeiten und sich steigern“, ist sich Scherrer sicher. Zu der komfortablen Situation der Jets, äussert sich Scherrer zurückhaltend: „Mag sein, dass der Aufstieg einfacher ist. Aber niemand will Aufsteigen und 22mal verlieren. Um oben mitspielen zu können, müssen wir unsere Arbeit weiterführen.“








